die entdeckung europas // guillermo luna y meléndez

Die „offizielle“ Geschichte der Amerikas wurde unter dem Gesichtspunkt des sich ausweitenden kapitalistischen Handels geschrieben. Aus diesem Blickwindel war Europa das Zentrum und das Christentum die einzige Wahrheit. Bedauerlicherweise sah die Realität anders aus. Die wahre Geschichte, verboten, verbrannt, geleugnet, lässt neben dem schrecken und dem Grauen auch die Bewunderung der Christen durchblicken für diese ihnen bis dahin unbekannten Menschen, die das Europa der Inquisition entdeckte. Auch heutzutage setzt sich diese Eroberung fort.

Die „INDIANER“ büßen weiterhin ihre gesellschaftlichen Sünden, Freiheiten und andere Widerborstigkeiten aus. Die reinigenden Mission der Zivilisation verbirgt heute weder den Raub des Goldes und auch nicht des Silbers und hinter den Fahnen des Fortschritts stoßen die Legionen moderner Piraten vor, ohne Eisenklauen und Augenklappen und Holzbeine, sind es heutzutage die großen multinationalen Unternehmen, die sich auf das Uran, Petroleum, Nickel und Magnesium stürzen.

Die INDIOS leiden weiterhin auf ihrem kargen Land, die Technologie hat jedoch darunter fruchtbaren Boden entdeckt !!!

 

Guillermo Luna y Meléndez arbeitet diese Thematik mehrschichtig auf: zum einen basiert seine Malerei erkennbar auf den formalen Gestaltungsformen der Bevölkerung Mittelamerikas. Gleichermaßen übernimmt er die Erzählform, transformiert die Geschichten aus der Zeit der Ankunft der Eroberer in die Jetztzeit. Formal und inhaltlich füllt er durch Techniken europäischer Malschulen und die Information aus Europa auf und schafft so eine Erzählperspektive aus der Sicht der indigenen Einwohner mit den Augen eines Mittelamerikaners mit europäischen Vorfahren. Die "Entdeckung Europas" findet dadurch nicht durch die Reise der Entdecker Europas statt sondern durch das willkürliche Handeln der Zuwanderer, die sich ihrerseit "Entdecker" nennen, in Wahrheit Eroberer sind.

 

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